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Interview mit der SZ Wissen – „Kann Glaube heilen?“

Auch hier möch­te ich auf wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se zurück­grei­fen, die die hei­len­de Wir­kung die­ser geis­ti­gen Hal­tung aner­ken­nen und bele­gen. Ein Interview1 in der SZ aus dem Jah­re 2010 mit dem Psy­cho­lo­gen Eck­hard Strau­be ist mir dabei beson­ders auf­ge­fal­len. Das Inter­view beginnt sogleich mit der Fra­ge „Kann Glau­be hei­len?“ Und über die Erwäh­nung zahl­rei­cher Stu­di­en, die die­se Wir­kungs­wei­se bele­gen, stellt der Redak­teur dem Psy­cho­lo­gen inter­es­san­te Fra­gen, die die hei­len­de Wir­kung einer inne­ren Hal­tung, die auf Glau­ben und Spi­ri­tua­li­tät (geis­ti­ge Aus­rich­tung) beruht, bele­gen und erläu­tern, wes­halb die­se Hal­tung über einen Pla­ce­bo Effekt hin­aus­geht. Zwei inter­es­san­te Fra­gen samt Ant­wort möch­te ich an die­ser Stel­le vorstellen:

SZWis­sen:
„War­um soll Glau­be hei­len und auf Dau­er zu einem län­ge­ren Leben führen?“

Strau­be:
„Allein die Hoff­nung, dass beim Beten etwas Posi­ti­ves gesche­hen könn­te, erzeugt einen Effekt. Es han­delt sich um psy­cho­so­ma­ti­sche Phä­no­me [sic], die wir auch bei medi­zi­ni­scher Behand­lung beob­ach­ten können.“²

Auch hier geht es expli­zit um eine inne­re posi­ti­ve Hal­tung, die begrün­det wird in der Annah­me der eige­nen Begrenzt­heit und in der Kon­zen­tra­ti­on auf das Spren­gen eige­ner Gren­zen. Wei­ter heißt es in die­sem Artikel: 

SZWis­sen:
„Der Pla­ce­bo-Effekt beruht auch auf Endor­phi­nen. Inwie­fern geht die hei­len­de Wir­kung von Glau­ben dar­über hinaus?“

Strau­be:
„Die Effek­te von reli­giö­sem Glau­ben kann man nicht als blo­ße Ein­bil­dung abtun. Zwar füh­ren auch Schein­be­hand­lun­gen zu Ver­än­de­run­gen im Gehirn und zu Hei­lun­gen, aber tie­fer reli­giö­ser Glau­be ist im Ver­gleich hier­zu die stär­ke­re Pil­le. Wäh­rend die Schein­be­hand­lung ledig­lich eine erhöh­te bio­elek­tri­sche Akti­vi­tät in bestimm­ten Gehirn­area­len bewirkt, führt so man­che spi­ri­tu­el­le Betä­ti­gung zur Aus­brei­tung hoch­fre­quen­ter elek­tri­scher Wel­len im gesam­ten Gehirn. Das zei­gen Unter­su­chun­gen von Richard David­son von der Uni­ver­si­ty of Wis­con­sin an tibe­ti­schen Mön­chen, die wäh­rend der Medi­ta­ti­on außer­ge­wöhn­lich wach sind. Ein Zustand, der bei einer Ver­gleichs­grup­pe ohne Medi­ta­ti­ons­er­fah­rung nicht zu beob­ach­ten war. Ich könn­te mir vor­stel­len, dass die außer­ge­wöhn­li­chen Erleb­nis­se bei reli­giö­sen Heil­vor­gän­gen Ent­spre­chen­des bewirken.“³

Belegt ist, dass eine ver­mehr­te Akti­vi­tät im prä­fron­ta­len Cor­tex wäh­rend einer Medi­ta­ti­on zu ver­zeich­nen ist; Unter­su­chun­gen haben mehr­fach erge­ben, dass bei sehr gläu­bi­gen Men­schen Gehirn­struk­tu­ren; Syn­ap­sen geschaf­fen wur­den, die eine gestei­ger­te Hirn­ak­ti­vi­tät ver­zeich­nen, wäh­rend des Medi­tie­rens und / oder Betens. Glei­che und noch tief­grei­fen­de­re Erfol­ge kann man mit der Hyp­no­se erzie­len. Es geht letzt­lich um einen Per­spek­tiv­wech­sel, um eine ande­re Sicht­wei­se auf die Wirk­lich­keit und auch auf die Begrenzt­heit unse­rer Wirk­lich­keit, die es uns ermög­licht Gren­zen zu öff­nen und zu spren­gen, und neue Gehirn­syn­ap­sen zu bilden. 

¹https://www.sueddeutsche.de/wissen/religion-kann-glaube-heilen‑1.597234;
Zugriff 06.02.2021
²Ebd.
³Ebd. 

Die heilende Wirkung einer inneren Haltung, die auf Glauben und Spiritualität beruht, ist belegt.